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Lorenzo Da Ponte, Pietro Zaguri und Giacomo Casanova: ein kulturelles Dreieck im Venedig des 18.

Eine Reise durch den Briefwechsel zwischen Casanova und Pietro Zaguri: zwanzig Jahre Freundschaft, Briefe, Ironie und venezianisches Leben im Herzen des 18. Jahrhunderts.
Sabine HerrmannSabine Herrmann
Historische Karte von Venedig aus dem 18.
Zusammenfassung
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Da Ponte im literarischen Venedig

Bevor er Mozarts berühmter Librettist wurde, verbrachte Lorenzo Da Ponte die entscheidenden Jahre seiner intellektuellen Ausbildung in Venedig.
Die Stadt bot ein einzigartiges kulturelles Panorama: einige der renommiertesten Theater Europas, literarische Salons, gelehrte Gespräche und ein Klima des regen Ideenaustauschs.

In diesem Zusammenhang verfeinerte Da Ponte seine Vorliebe für Poesie, Theater und die Beobachtung menschlicher Charaktere, die seine weitere Karriere prägen sollte.

Der Eingang zum Zaguri-Haus

Seinen Memoiren zufolge fand Da Ponte in Pietro Zaguri einen Gönner und eine kulturelle Referenz.
Zaguri nahm ihn nicht nur als Sekretär, sondern auch als vielversprechenden jungen Intellektuellen in seinem Haus auf und bot ihm ein Umfeld, in dem er lesen, diskutieren und sich weiterbilden konnte.

Zaguris Haus war in der Tat ein Treffpunkt von kultivierten Patriziern, Schriftstellern und Theatermachern: ein Ort, an dem Ideen ganz natürlich zirkulierten.

Ein ‚Studienkollege‘

Da Ponte erzählt, dass er eine Zeit lang Zaguris ‚Kommilitone‘ war: eine Definition, die eine intensive intellektuelle Beziehung offenbart, die aus Austausch, Dialogen und einem gemeinsamen Interesse an Poesie und Literatur bestand.

Zaguri, der das Theater und das Schreiben liebte, fand in Da Ponte einen verwandten Geist, einen jungen Mann, der in der Lage war, die Kultur seiner Zeit zu absorbieren und zu überarbeiten.

Die Begegnung mit Casanova

Genau 1777 lernte Da Ponte in Zaguris Residenz Giacomo Casanova kennen.
Der venezianische Abenteurer, der vor kurzem in die Stadt zurückgekehrt war, besuchte den Palast und nahm an den Gesprächen teil, die Zaguris Abende belebten.

Die Begegnung zwischen den beiden – so unterschiedlich in Charakter und Schicksal – stellt einen bedeutenden Moment im kulturellen Leben Venedigs dar:
ein junger Literat im Entstehen, ein kultivierter Patrizier und ein Mann mit einem außergewöhnlichen Leben, die für einige Zeit unter demselben Dach vereint sind.

Spannungen und Entfremdung

Trotz des vielversprechenden Anfangs hielt die Beziehung zwischen Da Ponte und Zaguri nicht lange an.
Der junge Librettist, ausgestattet mit einem rastlosen Geist und einem lebhaften Gefühlsleben, geriet in Konflikt mit dem Patrizier, der ihn schließlich aus seinem Haus vertrieb.

Obwohl diese Episode in der Biographie der beiden nur eine untergeordnete Rolle spielt, zeigt sie gut die Sensibilität Zaguris, der zu Freundschaft, aber auch zu Desillusionierung neigt, und Da Pontes mobile und unberechenbare Natur.

Ein kulturelles Umfeld im Umbruch

Das kurze Zusammenleben von Da Ponte, Zaguri und Casanova offenbart den Reichtum der venezianischen Intellektuellenszene in den 1770er Jahren.
Es waren Jahre, in denen Kunst, Politik, Literatur und soziales Leben auf natürliche Weise miteinander verwoben waren und Räume für Konfrontation und Kreativität schufen.

In diesem Netzwerk von Begegnungen und persönlichen Beziehungen wurde das Talent von Da Ponte geformt, die Kultur von Zaguri gefestigt und die leuchtende Persönlichkeit von Casanova fand ein Echo.

Weitere Informationen

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Sabine Herrmann

Sabine Herrmann

Sabine Herrmann ist Historikerin für die Kultur des 18. Jahrhunderts und Kuratorin des wissenschaftlichen Projekts des Ständigen Museums für Giacomo Casanova im Palazzo Zaguri. Ihre Forschung konzentriert sich auf die intellektuelle Welt, in der Casanova agierte, mit besonderem Augenmerk auf die Korrespondenz und die europäische Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts.

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